10 Tipps zur erfolgreichen Angstbewältigung

  1. Nimm fachliche Hilfe an. Betrachte es nicht als beschämend in Deiner Situation, Dir helfen zu lassen.
  2. Akzeptiere Deine Angst. Sie ist nicht ohne Grund da! Lauf nicht davon. Stelle Dich bitte Deiner Angst. Vermeidungen verschlimmern. Deshalb vermeide nichts, außer Vermeidungen.
  3. Angst hat eine Funktion. Betrachte sie als eine Freundin, die Dir wertvolle Tipps geben kann. Stell Dir vor, die Angst sitzt Dir auf einem Stuhl gegenüber und Du hörst zu, was sie zu sagen hat.
  4. Üben, üben, üben. Übe täglich und mache kleine »Mutproben«. Sie geben Dir Sicherheit und machen Dir irgendwann sogar Spaß.
  5. Arbeite an Deiner Gedankenwelt und setze Stopp-Sätze, wenn Du Dich beim (überwiegend) negativen Denken „erwischst“.
  6. Arbeite an Deinem Ich-Bild. Selbstbewusstsein, Selbstwert und Selbstsicherheit werden dadurch besser.
  7. Habe Geduld. Angst ist ein Gefühl und »hängt nach«. Selbst wenn Du bereits veränderte Verhaltensweisen an den Tag legst, die Angst verschwindet oft so langsam, wie sie gekommen ist.
  8. Quittiere das Murren Deines sozialen Umfeldes über Deine veränderten Verhaltensweisen mit einem »wissenden Lächeln«, aber lasse Dich nicht beirren. Sehe es als Kompliment!
  9. Sei nett zu Dir selbst. Wenn nicht zu Dir, zu wem sonst? Das innere Lächeln mit sich selbst dringt nach außen. Du strahlst! Du hast Ausstrahlung!
  10. Gute Beziehungen wirken Wunder. Pflege sie. Nie war ein/e gute/r Freund/in so wertvoll wie heute.

10 Irrtümer der Angstbewältigung

  1. »Hilfe kann es nur von außen (Bekannte, Freunde, Arbeitskollegen, Ärzte, Bücher, Kurse) geben.«
    Die Betonung liegt auf nur; ohne Deine Mithilfe läuft gar nichts.
  2. »Angstfrei leben…«
    … wird es nie geben, denn die gesunde Angst hat eine Schutzfunktion. Sie schützt Dich vor unüberlegten Handlungen und lässt Dich in Gefahrensituationen durch hormonell bedingte körperliche Reaktionen besser reagieren.
  3. »Ich muss die Angst bekämpfen, besiegen, sie so schnell wie möglich wieder loswerden. Angst ist eine Plage …«
    Was dann fehlt, ist die Akzeptanz und das Verstehen der Angst; Du wirst dann die Ursachen, das Entstehen der Angst nicht finden.
  4. »Die Angst ist mein größter Feind.«
    Die Angst ist meine beste Freundin, wenn ich ihr zuhöre und ihre Ratschläge und Warnsignale befolge.
  5. »Wenn es mir erst wieder besser geht, dann tue ich was …«
    Dann wartest Du noch in 20 Jahren vergebens; Du musst etwas tun, obwohl es vielleicht manchmal weh tut.
  6. »Was soll ich tun, ist alles Veranlagung… Ich kann nichts tun, mein Arzt sagt, das liegt in den Genen.«
    Vieles ist Veranlagung, vieles liegt in den Genen, aber nicht alles. Mit einer solchen Aussage gibst Du auf. Du suchst nach einer Rechtfertigung, damit Du selbst bloß nicht zu handeln brauchst. Du gibst Deine dringend notwendige Selbstverantwortung ab.
  7. »Ich nehme bis zu meinem Lebensende Medikamente; dann geht es mir gut.«
    Auch hier gibst Du ein Stück Deiner Selbstverantwortung ab. Eine differenziertere Auseinandersetzung mit diesem Thema und ein hohes Maß an Selbstverantwortung sind zwingend notwendig. Gleichwohl kann es Situationen geben, bei denen eine Medikation sinnvoll ist, z. B. bei suizidalen Gedanken.
  8. »Psychopharmaka sind gut verträglich, machen nicht abhängig und haben keine Nebenwirkungen.«
    Es gibt Menschen, die Psychopharmaka gut vertragen, andere wiederum nicht. Selbst die Fachwelt (Ärzte, Therapeuten, Diplom-Psychologen) hat unterschiedliche Ansichten.
  9. »Wenn ich nach langer Zeit wieder eine Phase der vermehrten Angst habe, war alles umsonst und ich muss von vorne anfangen.«
    Es kommt darauf an, wie Du mit Stillständen und Rückschritten Deiner Angstbewältigung umgehst. Ein Rückschritt kann zum Rückfall werden, wenn Du ihn dazu machst. Ansonsten ist ein Rückschritt – wie das Wort schon sagt – ein Schritt zurück, nicht mehr. Gehe möglichst schnell wieder ein paar Schritte vor. Möglicherweise überprüft die Angst Deine Angstfestigkeit, besser gesagt: wie weit Du schon bist.
  10. »Es gibt keine Hoffnung mehr für mich. Angst ist mein Schicksal. Ich kann nicht mehr, ich gebe auf.«
    Lese hierzu die Geschichte mit den zwei Fröschen. Wenn Du aufgibst, bringst Du Dich um Deine Bestimmung, Deine Lebensaufgabe.

Hoffnung

Die Geschichte von den zwei Fröschen

Zwei neugierige Frösche fielen auf einem Bauernhof in einen Eimer mit frischer Molke. Alle Versuche, den Rand zu erklimmen und den Eimer zu verlassen, schlugen fehl. So blieb ihnen nichts anderes übrig, als um ihr Leben zu schwimmen.

Die Zeit verging. Bald darauf sagte der eine Frosch: »Aus, es hat keinen Sinn, ich gebe auf!« Er stellte seine Bemühungen ein und ertrank. Der andere war darüber zwar sehr traurig, sagte sich aber immer wieder: »Solange mich meine Schenkel tragen und Kraft haben, gebe ich nicht auf.« Er schwamm weiter…

Und seine Ausdauer sollte schon bald belohnt werden. Nach einer Weile hatte er aus der Molke Butter geschlagen und konnte bequem aus dem Eimer aussteigen. Sein Wille und seine Hoffnung hatten ihn gerettet.

Sage Dir im Gefühl der Hoffnungslosigkeit: „Ich bin wie der zweite Frosch!“

Nach einer Fabel des griechischen Sklaven und Dichters Aesop 550 vor Christus